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 Letzte Änderung: 26.07.2014 9:34 UhrImpressum

 
 

Schlaganfallsymptome:

Plötzlich

  • Sprach- und Sprechstörungen,
  • Sprachverständnisstörungen,
  • Herabhängende Mundwinkel,
  • Halbseitige Lähmungserscheinungen und/oder
  • Taubheitsgefühle auf einer Körperseite,
  • Sehstörungen / Doppelbilder oder
  • plötzliche Erblindung eines Auges.

Wenn Sie bei sich oder anderen diese Symptome
bemerken, gilt:

Sofort Notruf 112
Schnelles Handeln ist entscheidend!

Viele Schlaganfallopfer sind im Moment des
Geschehens völlig hilflos. In dieser Situation kann es lebensrettend sein, dass Familienmitglieder,
Arbeitskollegen und andere Personen den Ernst der Lage erkennen und richtig handeln.

Der Schlaganfall ist ein Notfall!
Jede Minute zählt !

 
     

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AKTUELL:

20.06.2014
Neue Termine der Gruppe Wiesbaden.

 
 

INFORMATIONEN:

02.03.2013
Erika Stolze:
Pflegeneuausrichtungs-
gesetz. Aktuelle Änderungen in der Pflegeversicherung.

28.04.2012
Erika Stolze:
Leistungen der Pflegeversicherung.

06.03.2012
Andreas Egry:
Nichtmotorische Störungen nach Schlaganfall.

13.08.2011
Erika Stolze:
Inkontinenz — Maßnahmen zur Förderung der Kontinenz.

12.08.2011
Erika Stolze:
MRSA Multi-resistenter Staphylococcus aureus (resistente Keime).


 
  TERMINE:

01.08.2014
Treffen der Gruppe
Frankfurt.
Erfahrungsaustausch.

13.08.2014
Treffen der Gruppe Wiesbaden:
Erfahrungsaustausch.

06.08.2014?
Treffen der Gruppe Hattersheim:
Treffen in Vorbereitung.

15.08.2014?
Treffen der Gruppe
Bad Homburg.
Treffen in Vorbereitung.

29.08.2014?
Treffen der Gruppe
Mörfelden.
Treffen in Vorbereitung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
     

 

  08.06.2005
Autofahren nach Schlaganfall
Information schafft Sicherheit
 
 


KONDIAG (Konsiliardiagnostik für Ärzte) -
Die neue Fahreignungsabklärung für erkrankte Fahrer und deren Ärzte
Dr. med. Hannelore Hoffmann-Born, Frankfurt

Für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen, denen ein zeitweiliger Verzicht auf das Fahren nahe gelegt wird oder die sich mit einem ärztlichen oder behördlichen Fahrverbot konfrontiert sehen, kann das zum Problem werden. Sie müssen nicht nur die Krankheitsfolgen, sondern auch die Mobilitätseinschränkungen durch den Führerscheinverlust verarbeiten. Es gibt viele, meist chronische Erkrankungen, die die Fahreignung ganz oder teilweise einschränken können. Beispielhaft seien hier aus dem neurologischpsychiatrischen Bereich genannt: Epilepsie, Psychosen, Schlaganfälle, Demenz. Aus dem internistischen Fachgebiet können koronare Herzerkrankungen, der Herzinfarkt, hoher Blutdruck und eine diabetische Stoffwechsellage zum Problem werden. In diesem Artikel wird ein neuer von der verkehrsmedizinischen Expertinnen und Experten des TÜV Hessen entwickelter Lösungsansatz für diese weitreichende Problematik beschrieben.

„Der 58-jährige Bankkaufmann, Herr M.Schmidt, hat sich von den Folgen seines vor sechs Monaten erlittenen Schlaganfalls gut erholt. Es besteht noch eine leichte Halbseitensymptomatik links sowie eine mäßiggradige psychomotorische Verlangsamung. Bei weiterer Stabilisierung unter Vermeidung seiner spezifischen Risikofaktoren wie Nikotinabusus und Bluthochdruck wäre frühestens in 3 Monaten ein Arbeitsversuch anzustreben, zunächst in Teilzeit. Die Fortführung der physiotherapeutischen und krankengymnastischen Maßnahmen ist unabdingbar. Zuletzt erhielt Herr Schmidt folgende Medikamente...“

So oder ähnlich könnte eine Passage in einem Arztbrief über die stationäre Behandlung eines Schlaganfallpatienten aussehen, der in weitgehend gebessertem Zustand nach Hause oder in die Rehabilitation
entlassen wird.

Spätestens jetzt stellt sich die Frage nach der sicheren Verkehrteilnahme für Herrn Schmidt. Einerseits will er gern wieder Auto fahren, auch weil er seinen Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur
schlecht erreichen kann. Andererseits hat er Angst davor, nicht sicher fahren zu können, da er sich nicht mehr so fit und leistungsfähig wie vor dem Schlaganfall fühlt.

Er ist verunsichert, weiß nicht, ob er trotz seiner Schwäche im linken Arm und Bein und der auch subjektiv registrierten Leistungseinbußen - „alles geht langsamer als früher „- sicher fahren kann, zumal seine Familie ihm abrät. Um sich mehr Sicherheit zu verschaffen, wendet er sich an seinen Hausarzt und an den Neurologen. Außerdem telefoniert mit einer Selbsthilfegruppe nach Schlaganfall, der er sich sowieso anschließen wollte.

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Wie sich herausstellt, ist Herr Schmidt hinterher nur wenig schlauer als vorher. Nachdem er von den Befragten sehr unterschiedliche Antworten auf seine Fragen bekommen hatte, hat er gelernt, dass seine behandelnde Ärzte auch verunsichert sind. Es werden ihm zwei Dinge klar: Erstens kennen sich seine Ansprechpartner nicht besonders gut mit dem Thema Krankheit und Verkehrstauglichkeit aus, zweitens waren die Informationen der Selbsthilfegruppe halt doch nur individuelle Erfahrungen von Betroffenen. Herr Schmidt ist ein verantwortungsvoller Mensch. Er will sicher sein.

Warum kann der behandelnde Arzt unseres Beispielpatienten, Herr Schmidt, ihm diese Sicherheit nicht geben? Die Antwort leuchtet ein: Die Frage nach seiner sicheren Verkehrsteilnahme wird nicht von Herrn Schmidt als Patienten gestellt, sondern von Herrn Schmidt als Kraftfahrer. Der behandelnde Arzt müsste also eine verkehrsmedizinische Bewertung seiner Erkrankung durchführen. Um das zu können, bräuchte er als Entscheidungshilfe die Kenntnis gültiger Beurteilungsgrundsätze. Und genau diese Kenntnis wird er in der Mehrzahl der Fälle naturgemäß nicht haben.

Für den Arzt ist das auch eine schwierige Situation: Die ärztliche Verpflichtung zur Aufklärung der Patienten ist begründet durch den Behandlungsvertrag. Unter Juristen ist es unstrittig, dass aus diesem Behandlungsvertrag nicht nur die Pflicht zur Behandlung nach den Regeln der ärztlichen Kunst, sondern generell eine Schutzpflicht zugunsten des Patienten besteht, diesen über Art und Umfang der notwendigen Behandlung, der Therapie, seiner Risiken, aber auch über alle notwendigen Verhaltensmaßnahmen nach der Behandlung zu unterrichten.

Und dazu gehören ganz eindeutig und lebensnah auch und insbesondere die Verhaltensmaßregeln für den Straßenverkehr. Konkret: Die Antwort auf die Frage, ob Herr Schmidt etwa auf das Autofahren ganz oder teilweise verzichten soll.

Der niedergelassene Arzt und der Klinikarzt verletzt daher im Grunde seine Aufklärungspflicht, wenn er es unterlässt, den Patienten bei Kenntnis der Verkehrsuntauglichkeit oder der Einschränkung der Verkehrstauglichkeit auf mögliche Gefahren für die Fahrsicherheit und auf das daraus folgende Verbot der Teilnahme am Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Geschieht dann ein Unfall, können haftungsrechtliche Probleme auf den Arzt zukommen, wenn ihm nachgewiesen werden kann, dass er seiner Aufklärungspflicht nicht hinreichend nachgekommen ist.

Grundsätzlich gilt: Wer Autofahren will, muss dazu geeignet sein, so verlangen es die Regelungen im Straßenverkehrsgesetz.

Das bedeutet: Auch für den erkrankten Kraftfahrer gibt es eine klare Verpflichtung zur Selbstprüfung, wobei er natürlich auf ärztliche Hilfe und Beratung seiner Fahreignung angewiesen ist.

Unter Beachtung der gültigen Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung sieht es in der Praxis so aus, dass der Neurologe seinem Schlaganfallpatienten rät, nach dem Akutereignis zunächst auf das Autofahren zu verzichten, wobei er nach Bewertung des Krankheitsverlaufs eventuell weitere Einschränkungen aussprechen
muss, bis hin zum Fahrverbot. Bei schweren nicht kompensierbaren Sehmängeln muss der Augenarzt beispielsweise dem Patienten vermitteln, dass er nicht mehr aktiv am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen kann. Und auch der Internist wird seine zuckerkranken Patienten über Risiken aufklären und einigen, zumindest zeitweise, das Autofahren „verbieten“ müssen.

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Hat der Patient diese Informationen vom Arzt bekommen, ist auch noch die Frage, was er daraus macht: Nicht alle Patienten sind so einsichtig wie Herr Schmidt. Viele ignorieren ihre krankheitsbedingten Leistungseinbußen, manche akzeptieren noch nicht einmal ihren Ausfällen entsprechende Umbauten am Fahrzeug und gehen so ein hohes Unfallrisiko ein. Gerade die Patienten, deren Einsichtsfähigkeit krankheits- oder persönlichkeitsbedingt gemindert ist, sind ein erhebliches Beratungsproblem für den behandelnden Arzt, zumal das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient hierdurch empfindlich gestört werden kann.

Im Wissen um die Problematik der Führerscheinfrage in der Arzt-Patientb eziehung und unter Berücksichtigung des noch mangelnden Problembewusstseins der Ärzte im Hinblick auf die Aufklärung und nicht zuletzt wegen verkehrsmedizinischer Wissensdefizite bei vielen Ärzten, erarbeitet der TÜV Hessen zur Zeit ein neues Dienstleistungsangebot für die Ärzte bzw. für deren Patienten: KONDIAG, die konsiliarische diagnostische Untersuchung zur Fahreignung erkrankter Fahrer.

KONDIAG - Sicherheit für Arzt, Patient und alle Verkehrsteilnehmer
Um es kurz zu sagen: Durch KONDIAG wird sich der Hausarzt durch die verkehrsmedizinische Bewertung absichern können - ähnlich, wie er seine Diagnostik durch zusätzliche Facharztbefunde absichert.

KONDIAG, unabhänig ob vom Arzt oder auf Eigeninitiative des Patienten veranlasst, kann man sich auf rein medizinische Sachverhalte und deren adäquate verkehrsmedizinische Bewertung beschränken.

Weil jedoch viele Erkrankungen auch mit Einbußen der psychophysischen Leistungsfähigkeit einhergehen, kann im Rahmen von KONDIAG auch eine Überprüfung durch eine individuelle und kompetente testpsychologische Untersuchung zur Bewertung der Fahreignung notwendig werden. In manchen Fällen ist auch die Kombination von verkehrsmedizinischer und testpsychologischer Bewertung erforderlich, um eine sichere Aussage zur Fahreignung zu machen.

Die Dienstleistung KONDIAG wird flächendeckend in den 9 Medizinisch-Psychologischen Instituten Hessens angeboten. Sie basiert auf dem Know-how der Ärzte und der Psychologen in den Medizinisch-Psychologischen Instituten, steht für neutrale, kompetente Bewertung von verkehrsmedizinischen Risiken erkrankter Kraftfahrer und stellt einen wichtigen Beitrag zur Unfallprävention dar. Selbstverständlich unterliegt auch diese Dienstleistung der Schweigepflicht, es erfolgt bei mangelnder Fahreignung nie eine Meldung an die Verkehrsbehörden.

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Fazit:
Durch das Angebot KONDIAG bekommt der behandelnde Arzt - in seiner Funktion als Vermittler zwischen den berechtigten Mobilitätsinteresse seines Patienten und dem Anrecht der Allgemeinheit auf Sicherheit im Straßenverkehr - eine kompetente und neutrale Bewertung im Hinblick auf die Führerscheinproblematik seiner Patienten. So kann er die Bewertung - also entweder weitere Fahreignung, bedingte Eignung oder aber die Nichteignung - in seinen weiteren Beratungsprozess integrieren.

Die Vorteile für die behandelnden Ärzte und ihren Patienten liegen auf der Hand: die neutrale Fahreignungsbewertung nach Erkrankung entlastet die Arzt-Patientbeziehung, besonders wenn unterschiedliche
Auffassungen vorherrschen und schafft Rechtssicherheit für beide Parteien.

Herr Schmidt hat sich inzwischen einer neutralen Bewertung seiner Fahreignung durch das Medizinisch-Psychologische Institut unterzogen. Ihm konnte gesagt werden, dass er trotz seines Schlaganfalls wieder sicher am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen kann. Da er sich noch etwas unsicher fühlte, hat er noch 2 Stunden mit einem Fahrlehrer „geübt“. Nun fühlt er sich wieder selbstbewusst und sicher in seinem Kraftfahrzeug. Denn er und alle anderen Verkehrsteilnehmer können sicher sein, dass seine Krankheit ihn nicht zum Risiko macht.

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Arzthaftung bei problematischer Fahreignung


Aus der Beschäftigung mit dem Thema „Auto-Mobilität“ erkrankter Kraftfahrer“ entstand in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt J. Peitz, Bielefeld das Buch Arzthaftung bei problematischer Fahreignung, das im Juni im Kirschbaum Verlag erscheinen wird.

Es vermittelt einen kompakten Überblick über die verkehrsmedizinischen Aspekte der ärztlichen Tätigkeit, sowie die maßgeblichen Rechtsfragen, die im Zusammenhang mit dem Behandlungsvertrag stehen. Inbegriffen sind auch versicherungsrechtliche Aspekte, die den Arzt und den Patienten im gleichen Maße berühren. Das Werk bietet für die praktische Arbeit eine zuverlässige Orientierung und Hilfestellung bei der Bewertung und Beurteilung der Fahreignung.

Aus dem Inhalt

    Versicherungsrecht, Überprüfung der Fahreignung zur Erhaltung des Versicherungsschutzes Rechtliche Grundlagen der Fahreignung, Straßenverkehrsgesetz, Fahrerlaubnis-Verordnung, Strafgesetzbuch, Überprüfung im Erteilungsverfahren, Schlüsselzahlen Arzthaftung und Fahreignung, Behandlungsvertrag, Begutachtung der Fahreignung, Ärztliches Gutachten / Medizinisch-Psychologisches Gutachten, Gegenstand der Begutachtung, Behördliche Fragestellungen, Anordnung, Auftrag Fahreignung im Praxis- und Klinikalltag, Fahrerlaubnis-Verordnung Anlage 4, Verkehrsmedizinisch relevante Erkrankungen Krankheitsbilder in der Rechtsprechung, Kompensation
Autoren: Jürgen Peitz
Hannelore Hoffmann-Born

ISBN: 3-7812-1628-4
Preis: 19,20 EUR

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Wenn Sie weitere Fragen rund ums Thema haben, können Sie mich jederzeit anrufen.

Viele Grüße

Dr. Hannelore Hoffmann-Born
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Ltd. Ärztin  Medizinisch-Psychologisches Institut
Eschborner Landstr. 42 -50
D-60489 Frankfurt
Tel. ++49 (0) 69-978824-13/-0
Fax ++49 (0) 69-978824-22

hannelore.hoffmann-born@tuevhessen.de

http://www.tuev-hessen.de

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