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Der diesjährige
Sommerausflug am 5. September hatte den Herthasee, einen kleinen
Ausflugs- und Badesee im vorderen Westerwald zum Ziel. Bereits
am frühen Morgen steuerte Herr Bambay, unser langjährig
bewährter und bestens vertrauter Busfahrer und zugleich Fremdenführer,
die fünf verschiedenen Abholpunkte an. Erfreulicherweise
mußten wir bei jedem etwas warten, denn die Verkehrslage
war trotz des schönen Wetters so günstig, daß
Herr Bambay es schaffte, bei jedem Abholpunkt einige Minuten vor
der angekündigten Zeit anzukommen. Damit hatten wir alle
genug Zeit zur gegenseitigen Begrüßung, und um ohne
Hetze in aller Ruhe Platz zu nehmen.
Nachdem
die letzten Teilnehmer gegen 9.45 Uhr in Wiesbaden zugestiegen
waren, setzten wir den Weg ins Rheintal gemeinsam fort. Zunächst
fuhren wir durch die Weinbaugebiete von Eltville, Rüdesheim
und Assmannshausen. Dabei konnten wir uns der schönen Rheingau-Landschaft
erfreuen ebenso wie des Stadtbildes von Rüdesheim und des
Blickes über den Rhein ins Nahetal und auf die Stadt Bingen.
Danach bogen wir ins Rheintal Richtung Norden ab und setzten unseren
Weg auf einer der schönsten Straßen Deutschlands fort.
Vorbei an der Zollburg Mäuseturm (die Mäuse waren Weggelder,
die die Turmherren von der Schiffahrt kassierten, obwohl ihnen
der Fluß nicht gehörte und sie nichts für die
Freihaltung der Fahrrinne getan haben) ging es Flußabwärts
über Lorch und Kaub weiter. Bald tauchte vor uns der Rheinfels
auf, wo die Loreley Schiffer und Kahn ins Verderben auf die Sieben
Schwestern besang, und danach erreichten wir St. Goarshausen mit
seinem Blick auf St. Goar am anderen Ufer. Als Nächstes konnten
wir die Burg Katz auf ihrem Werder bewundern (auch ein Zollburg
selbstverliehen Rechts, wenn auch technisch etwas besser ausgestattet
als der Mäuseturm – der Fluß wurde mit einer
Kette gesperrt, die man runterlassen konnte, um die Kähne
nach Entrichtung des Zolls einzeln passieren zu lassen –
Toll Collect läßt grüßen), bevor es bis
zur Lahnmündung bei Lahnstein weiterging. Alsdann fuhren
wir die Lahn über so berühmte Städte wie Bad Ems
und Nassau hinauf. Bald sahen wir die Türme des Klosters
Arnstein (ein 1803 aufgelöstes Prämonstratenser Kloster,
das jedoch seit 1919 als Kloster für die Arnsteiner Patres
kirchliche Dienste wieder versieht), um kurz danach das Lahntal
zu verlassen und den Herthasee bei Holzappel direkt anzusteuern.

Dort
angekommen, ging es für die meisten von uns ins Seerestaurant,
wo wir uns gebührlich stärken konnten. Nach einem ausgiebigen
Sonntagsmittagessen lud diejenigen von uns, die dem Kuchenangebot
widerstehen konnten, das Seeufer zum Spazieren ein. Baden wäre
auch möglich gewesen, wenn bloß das Wasser etwas wärmer
gewesen wäre. Die Kommentare einiger weniger schwimmenden
Kinder reichten jedoch allemal, um die fanatischsten „Eisbären“
unter uns zur Vernunft zu bringen. Ein oder zwei Runden zu Fuß
um den nicht so großen See herum taten jedenfalls der Verdauung
gute Dienste, bevor wir uns wieder im Restaurant oder auf der
Terrasse zum Kaffee und Kuchen oder Eis einfanden.
Nach
einem schönen, geruhsamen Nachmittag, in dem wir endlich
die Sonne genießen konnten, versammelten wir uns allmählich
wieder beim Bus. Eine kleine Herde von ungefähr zehn Reitpferden
bot einen letzten Anlaß zum Verweilen, bevor wir in den
Bus einstiegen. Dann ging es zurück ins Hessische, Richtung
Abendbrot, und zwar zur Lahn bei Laurenburg und dann querfeldein
über Katzenelnbogen (nach demselben Katzengeschlechte wie
zum Burg am Rhein, nur hier nicht mehr ganz so markig-dominant;
daher die etwas verkrümmte „Elle“ im Ortsnamen)
nach Berghausen, wo uns im Gasthaus Berghof dasselbe warme Willkommen
zuteil wurde, wie vor einem Jahr nach einem Ausflug nach Pottum,
auch im Westerwald. Nach einem ausgiebigen Abendessen –
als ob wir Abendessen überhaupt noch nötig gehabt hätten
– setzte sich unsere Reise fort, und zwar auf den gleichen
direkten Weg nach Wiesbaden, wie vor einem Jahr – durch
das hübsch bewaldete Aartal.
Zum
Schluß das Anfahren auf die Abholpunkte, die nunmehr Absetzpunkte
geworden waren. Herzhafte Abschiedsworte. Rundum glückliche
und zufriedene, wenn auch etwas müde Gesichter. Wohl dachte
sich jeder: vielen, vielen Dank unseren nimmermüden Damen
vom Vorstand, die wieder einmal alles so perfekt organisiert hatten,
und jetzt freuen wir uns auf den nächsten Ausflug im Frühjahr.
Andrew
Miles

PS:
Am 12.09.2004 wurde diese Fahrt (ohne Abendessen) für die
restlichen Teilnehmer des SSB wiederholt.
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