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Herr
Egry trug vor, dass bei Gehirnschädigungen eine Narbe zurück
bleibt. Diese Narbe ist verursacht entweder durch Mangeldurchblutung
oder Hirneinblutung. Häufig sind auch Vernarbungen an den
Hirnhäuten und teilweise Hirn zu verzeichnen.
Zu unterscheiden
sind:
a) Postraumatische
Epilepsie als substanzielle Schädigung/Blutung
b) Kryptogene
Epilepsie als Epilepsie unbekannter Ursache
c) Hirnorganische
Anfälle von Geburt als genuine Epilepsie
Dabei
ist allen gleich, dass das auslösende Ereignis eines Anfalls
entweder sofort oder viele Jahre später auftritt, da die
Narben über längeren Zeitraum einen Prozess in Bewegung
setzen können.
Der Anfall
kann durch verschiedene Zeichen auftreten wie:
Ohnmacht
Epileptischer Anfall an für sich
Vorübergehende Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit
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Die Blutversorgung des Gehirns ist vorstellbar als eine Landkarte,
deren Wege kompliziert und immer feiner verästelt sind. Je
nachdem wo die Narbe sitzt, tritt die Epilepsie in verschiedenen
Formen auf und man spricht von folgenden Erscheinungsformen:
a) "Grand Mal - Anfall"
verbunden mit Bewusstlosigkeit, motorischen Ausfällen und gezeichnet
gelegentlich durch Schaum vor dem Mund. In der Regel tritt nach
2 Minuten ein Selbststillstand ein. Hierbei ist für den
Betroffenen die höchste Gefahr, dass er sich die Zunge
durchbeißt. Damit verbunden kann es zu Urin- und Stuhlabgang
kommen. Im Mittelalter sprach man vom "Morbus sacer",
der heiligen Erkrankung, die gefährlich ist und tödlich
enden kann.
b) "Jackson
Anfälle",
die sich in drei begleitsymptomatischen Unterschieden wie folgt
aufteilen:
Bewegbarkeit auch von sonst nicht bewegbaren (gelähmten)
Körperteilen. Es kommt hierbei zu rhythmischen Entladungen
z.B. von der Hand zum Rumpf (march of convulsions)
Missempfindungen bei einem so genannten sensiblen Anfall
Komplexen Anfällen, Bewusstseinsveränderung gezeichnet
durch Abwesenheit und glasigen Blick. Die Betroffenen haben
psychomotorische Ausfälle: sie können nicht sitzen
bleiben oder knöpfen ihre Jacke auf und zu. Sie reagieren
nicht auf Ansprache, da sie nicht bei Bewusstsein sind und im
Anschluss nichts von den Geschehnissen wissen.
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Es stellt
sich die Frage: was passiert bei einem epileptischen Anfall?
Das
Gehirn ist eine große graue wabblige Masse und auf Vorrat
entworfen. Das menschliche Hirn verarbeitet viele Programme nebeneinander
(parallel). Dies führt dazu, dass nicht alles bewusst erfolgt.
Die Computertechnik ist heute gut entwickelt und kann anhand der
Messung der Gehirnströme mittels EEG eigene Aussagen treffen.
Laufen die Gehirnströme gewissermaßen im Gleichschritt,
d.h. nicht nebeneinander, ist dies schlecht und kann zu einem
Anfall führen.
Ein
normales EEG, als einziges Instrument, kann nicht nachweisen,
dass keine epileptischen Anfälle vorliegen bzw. zu erwarten
sind.
Das EEG ist nur eine Momentaufnahme, die 6 Minuten dauert und
im Verhältnis zu 365 Tage a 24 Stunden zu sehen ist. Kommt
es dennoch zu einer Diagnose, dass Epilepsie vorliegt, ist dies
ein Volltreffer. Mit anderen Worten kann das EEG völlig normal
sein und es kommt trotzdem zu Anfällen.
Die
Mitglieder der Schlaganfallgruppe Mörfelden beteiligten sich durch
Schilderungen von eigenen Erfahrungen und es entstand eine rege
Diskussion.
Was hat es
mit den Narben auf sich?
Da die Nerven isoliert waren und sich plötzlich berühren,
kommt es zu einem Kurzschluss.
Warum nach
so langer Zeit?
Das hängt von Schrumpfungsprozessen im Zusammenhang mit der
Narbenbildung ab.
Seit 4 Jahren
keine Erscheinung?
Wer am Anfang keinen Anfall hatte, hat gute Chancen, auch keinen
zu bekommen.
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Herr Egry
führt weiter aus, was Angehörige/Beteiligte tun sollten,
wenn ein Anfall eintritt;
Für
den Arzt ist es zu spät, bis er herbeigerufen wird und ggf.
eine intravenöse Spritze geben kann. Angehörige könnten sofort
ein Zäpfchen mit Valium geben. Allerdings ist die Situation völlig
bedrohlich und man kann fast gar nichts tun.
Auf keinen Fall sollte versucht werden, den Kiefer gewaltsam zu
öffnen, da der Helfer dabei riskiert, dass sein Finger abgebissen
wird.
Es werden Kräfte frei, die auch durch Überstreckung des Rumpfes
häufig zu Brüchen von Lenden- und Brustwirbel führen.
Der Krampf löst sich und der Patient wird schlaff.
Sinnvoll ist die Seitenlage, dass Speichel und Erbrochenes nicht
in den Rachen fließen kann. Entscheidend ist, wie der Patient
nach dem epileptischen Anfall zu Bewusstsein kommt und auf "eine"
Frage die richtige Antwort gibt. Die Patienten befinden sich in
einem "postikalen" Dämmerzustand und wollen alle schlafen.
In folgenden
Fällen sollte ärztliche neurologische Hilfe unverzüglich
in Anspruch genommen bzw. eine Klinik aufgesucht werden:
Krampfserie
Anfallshäufung (2 pro Tag)
Patient wird nicht wach und gibt keine Antwort
Die
Verabreichung von Medikamenten z.B. Tegretal erfolgt durch den
behandelnden Arzt und soll für mindestens 2 Jahre belassen
werden.
Ein Auslassversuch (Absetzen der Medikamente) wird durch langsames
Reduzieren über einen längeren Zeitraum unter ärztlicher
Kontrolle erreicht.
Frau Lenz
bedankt sich wieder einmal für den aufschlussreichen Vortrag
von Herrn Egry und verabschiedet ihn bis zum nächsten Mal.
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Links zur "Epilepsie"
Deutsche Epilepsievereinigung
gem. e.V.
Zillerstr. 102
10585 Berlin
Tel.: 030 / 342 44 14
Fax: 030 / 342 44 66
www.deutscheepilepsievereinigung.de
und
Selbsthilfe-Kontaktstelle
Frankfurt
Jahnstr. 49
60318 Frankfurt am Main
Tel.: 069-559 444
Fax: 069-559 380
www.selbsthilfe-frankfurt.net
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