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 Letzte Änderung: 30.08.2014 9:37 UhrImpressum

 
 

Schlaganfallsymptome:

Plötzlich

  • Sprach- und Sprechstörungen,
  • Sprachverständnisstörungen,
  • Herabhängende Mundwinkel,
  • Halbseitige Lähmungserscheinungen und/oder
  • Taubheitsgefühle auf einer Körperseite,
  • Sehstörungen / Doppelbilder oder
  • plötzliche Erblindung eines Auges.

Wenn Sie bei sich oder anderen diese Symptome
bemerken, gilt:

Sofort Notruf 112
Schnelles Handeln ist entscheidend!

Viele Schlaganfallopfer sind im Moment des
Geschehens völlig hilflos. In dieser Situation kann es lebensrettend sein, dass Familienmitglieder,
Arbeitskollegen und andere Personen den Ernst der Lage erkennen und richtig handeln.

Der Schlaganfall ist ein Notfall!
Jede Minute zählt !

 
     

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AKTUELL:

08.08.2014
Alle Gruppentermine für 2014/2015.

 
 

INFORMATIONEN:

02.03.2013
Erika Stolze:
Pflegeneuausrichtungs-
gesetz. Aktuelle Änderungen in der Pflegeversicherung.

28.04.2012
Erika Stolze:
Leistungen der Pflegeversicherung.

06.03.2012
Andreas Egry:
Nichtmotorische Störungen nach Schlaganfall.

13.08.2011
Erika Stolze:
Inkontinenz — Maßnahmen zur Förderung der Kontinenz.

12.08.2011
Erika Stolze:
MRSA Multi-resistenter Staphylococcus aureus (resistente Keime).


 
  TERMINE:

03.09.2014
Treffen der Gruppe Hattersheim:
"Vorsorge und Betreuung", Thomas Hantke.

05.09.2014
Treffen der Gruppe
Frankfurt.
Erfahrungsaustausch.

10.09.2014
Treffen der Gruppe Wiesbaden:
Beratungstelle Polizei "Hausgeschäfte an der Haustüre", Herr Anders.

19.09.2014
Treffen der Gruppe
Bad Homburg.
Gedächtnistraining.

21.09.2014
Herbst–Busausflug in den Luisenpark Mannheim.

26.09.2014
Treffen der Gruppe
Mörfelden.
Thema in Vorbereitung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
     

 

 

17.01.2003
Gesundheit: Persönlichkeitsveränderungen

Von Patsy Westcott

Übersetzung aus dem Englischen. Das Original erschien in der Winter 2002 Ausgabe von Stroke News (Vol. 20.4) der The Stroke Association, London. Diese Übersetzung erscheint mit freundlicher Genehmigung der Association

 
 


Wenn auch die körperlichen Auswirkungen eines Schlaganfalls am ehesten wahrgenommen werden, unsichtbare Auswirkungen kommen häufig vor. Diese sind manchmal schwerer erkennbar, können aber dennoch für Betreuer und Angehörige schwierig sein.

Mit einem Schlag ist man anders
Den Meisten von uns sind die am häufigsten auftretenden körperlichen Beeinträchtigungen nach einem Schlaganfall, wie die Parese oder Probleme, sich mitzuteilen, bekannt. Weniger offenkundig und damit problematischer im Umgang sind die unsichtbaren Folgen, wie Änderungen am Gemüt oder an der Persönlichkeit.

Bei neu erlittenen Schlaganfällen ist häufig aus dem Familien- und Freundeskreis zu hören, daß "er nicht mehr der Alte ist". Dies ist keine Einbildung. Manchmal ist es die Folge einer ernsten Krankheit und manchmal ist es auf den Hirnschaden selbst zurückzuführen. Gemütsänderungen nach einem Schlaganfall haben vielerlei Erscheinungsformen, von der Depression oder Teilnahmslosigkeit (Apathie) bis hin zur Reizbarkeit oder gar Aggression, von noch schwerer wiegenden "Persönlichkeitsänderungen" ganz zu schweigen.

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Eine andere Persönlichkeit
Echte Persönlichkeitsänderungen nach einem Schlaganfall sind verhältnismäßig selten, so Nadina Lincoln, Professorin der klinischen Psychologie in der Universität zu Nottingham. "Was häufig als Persönlichkeitsänderung verstanden wird, mag lediglich die Folge von Schwierigkeiten mit geistigen Fähigkeiten, wie Konzentration, Erinnerung und Aufmerksamkeit nach dem Schlaganfall sein," sagt sie. "Wenn zum Beispiel jemand vom Partner gebeten wird, die Katze zu füttern, und er tut es nicht, gibt er sich als unwillig oder als teilnahmslos. Tatsächlich aber hat die scheinbare Persönlichkeitsänderung eher mit Vergeßlichkeit denn mit Sorglosigkeit zu tun. In anderen Fällen haben Leute manchmal Probleme, den richtigen Weg irgendwohin zu finden, was als "fehlender Wille" wahrgenommen wird, obwohl sie in der Tat wirklich überfordert sind."

Professor Lincoln weist auch darauf hin, daß der Schlaganfallbetroffene häufig frühere Eigenschaften verstärkt zur Schau stellt. Der vormals umgängliche Mensch wird sogar noch geselliger, der Zurückhaltende wird introvertierter, und der leicht Reizbare rastet immer häufiger regelrecht aus. Tatsächlich ist die wahrnehmbare "Persönlichkeitsveränderung" in solchen Fällen nichts weiter als die Reaktion auf eine ungewohnte bzw. schwierige Situation - genauso wie wir alle unsere eigenen typischen Reaktionsmuster zeigen, wenn wir unter Streß geraten oder vor ungewohnte Umstände gestellt werden. Auch sind gegenläufige Effekte bekannt - Aggressive wirken gelassener, während Besonnene kampflustig und streitsüchtig werden.

Des Weiteren kommt es vor, so Professor Lincoln, daß Freunde und Familie den Betroffenen bzw. sein früheres Wesen gewissermaßen durch die rosa-rote Brille sehen, insbesondere nach einem längeren Klinikaufenthalt womöglich mit ungewissem Ausgang. "Die Umwelt behält nur das Positive an dem Menschen in Erinnerung und neigt dazu, zu vergessen, wie er vor seinem Schlaganfall wirklich war," sagt sie.

Eine Ausnahme hierzu besteht im als Vorderhirn-Syndrom bekannten Problem, das in der Tat eine Persönlichkeitsveränderung herbeiführt. Der vordere Hirnlappen bestimmt unsere Fähigkeiten zu planen bzw. soziale Verhaltensregeln zu befolgen. Wird er beschädigt, kann der Betroffene impulsiv oder übermütig werden, oder eine verminderte Urteilsfähigkeit zeigen.

Eine für Nahestehende besonders peinliche Folge von Schäden am Vorderhirn bezeichnen Psychologen als "Enthemmung". Dies ist der Fall, wenn jemand nach einem Schlaganfall nicht mehr weiß, daß bestimmte Bemerkungen oder Gesten unhöflich oder gar inakzeptabel sind. "Zum Beispiel fängt ein Schlaganfall-Patient an, das Personal anzumachen, sich in fremde Gespräche einzumischen oder auf anderer Leute Gefühle keine Rücksicht mehr zu nehmen, und gibt so von sich den Eindruck völlig fehlender Empfindsamkeit. Wichtig für das Pflegepersonal und für Andere ist die Erkenntnis, daß sich der Betroffene so verhält, weil er auf anderer Leute Gefühle infolge des Verlustes der Fähigkeit dazu keine Rücksicht mehr nehmen kann und nicht weil er absichtlich verletzen will," sagt Professor Lincoln.

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Schlaganfall und Depressionen
Depressionen kommen als Folge eines Schlaganfalls sehr häufig vor. Vermutet wird, daß knapp die Hälfte aller Betroffenen eine deutliche Depression innerhalb des ersten Jahres erleidet. Angst ist auch sehr verbreitet, wird aber weniger erkannt, stellt Dr. Peter Knapp, ein Dozent in der Schule für Gesundheitsfürsorge der Universität Leeds fest. "Vielleicht kommt dies daher, weil die Ängste sich erst zu Hause nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bemerkbar machen," meint er.

Nach Dr. Knapp sind Depressionen und Angstzustände häufig durchaus nachvollziehbare Reaktionen auf die vom Schlaganfall bewirkten Veränderungen. "Trauer- oder Verlustgefühle sind fast nicht zu vermeiden, insbesondere wenn auf den Schlaganfall wesentliche Veränderungen in den Lebensgrundlagen, wie Verlust des Arbeitsplatzes oder Fernbleiben von Freunden, zurückzuführen sind," erläutert er.

Depressionen nach dem Schlaganfall können weitere Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen. Neben der deprimierten Gemütslage werden sie manchmal reizbar, verlieren ihre Lebens- und Unternehmensfreude, oder erfahren Gedächtnisprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Bei einer Untersuchung mit Schlaganfall-Patienten fand Dr. Knapp heraus, daß Leute in Problemlösungsmethologien anzuleiten ein durchaus brauchbarer Ansatz für die Beseitigung von Depressionen und Angstzustände sein kann. Nach seinen Feststellungen wird dadurch der Patient zur aktiven Teilnahme und zur selbständigen Tätigkeiten gefördert.

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Mit den Änderungen zurechtkommen
Obwohl es einen einzigen "richtigen" Ansatz, um mit den Änderungen zurechtzukommen nicht gibt, hält es Professor Lincoln für wünschenswert, daß die Betreuer die Ursachen kennen und verstehen und dadurch begreifen, daß die Rücksichtslosigkeit nicht auf sie gerichtet ist. Vielmehr ist sie die Folge des Hirnschadens. Gemütsänderungen stellen Betreuer und Pflegepersonal vor besondere Herausforderungen, zumal der Schlaganfallbetroffene sie häufig selbst nicht wahrnimmt.

Glücklicherweise verringern sich solche Probleme in vielen Fällen mit der Zeit, wenn auch die dafür erforderliche Zeit etwas unbestimmt ist. "Schon in den ersten drei Monate können wesentliche Verbesserungen eintreten," sagt Professor Lincoln. Falls der Zustand dennoch weiter andauert, schlägt sie vor, sich mit dem Schlaganfallbetroffenen über sein Benehmen und dessen Auswirkungen auf Andere auseinanderzusetzen, Dabei kann das Beisein eines engen Freundes oder Verwandten während des Gespräches eine nützliche Stütze sein.

Oftmals neigen Verwandten dazu, den Betroffenen beschützen und ihm deshalb nicht sagen zu wollen, daß er sich ungebührlich benimmt. "Es muß aber klar, schwarz auf weiß festgestellt werden, weil er die Fähigkeit verloren hat, die feinen Nuancen wahrzunehmen, wonach man sich üblicherweise richtet, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu sein," führt sie weiter aus. "Eine klare Sprache führt häufig zur Wende zum Besseren. Es ist aber wichtig, positiv und nicht kritisierend zu sein."

Vom Vorderhirn-Syndrom abgesehen, sind die Ursachen für diese Veränderungen wie deren Therapien unklar. "Es gibt viele Untersuchungen über Leute mit Kopfverletzungen aber dieses Forschungsgebiet im bezug auf Schlaganfall wurde weitgehend vernachlässigt - zum Teil weil das Schwergewicht eher auf die Sofortmaßnahmen und auf die physische Rehabilitation gelegt wurde," sagt Dr. Michael Sharpe, Dozent für psychologische Medizin an der Universität von Edinburgh. Im Rahmen einer schottischen Untersuchung, des Edinburgh Schlaganfallsprojektes, unterstützt der Brust-, Herz- und Schlaganfallverband Schottlands Dr. Sharpe finanziell bei seiner Untersuchung der Gemütsveränderungen bei 100 Schlaganfallpatienten.

"Eine der Fragen, die wir uns stellen, lautet, ob Probleme wie Teilnahmslosigkeit oder Reizbarkeit vom Hirnschaden herrühren und demnach in einem gewissen Sinn unheilbar sind, oder ob sie auf Depressionen zurückzuführen und daher mit diesen zusammen behandelbar seien. Liegt die Ursache im Hirnschaden, sind dennoch Möglichkeiten der Linderung vorstellbar, seien es Arzneien, seien es verhaltens-therapeutische Maßnahmen? Im Augenblick wissen wir es einfach nicht."

Einschlägige Studien dürften etwas Licht auf die nach einem Schlaganfall zu erwartenden Probleme und deren Behandlungsmöglichkeiten werfen. Bis dahin allerdings empfiehlt Dr. Sharpe Betreuern, das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen, wenn der Betroffene hartnäckige Gemütsprobleme hat, die sich anscheinend nicht bessern.

Für Probleme wie Reizbarkeit und Depression können Antidepressiva manchmal Abhilfe leisten. In den meisten Fällen steht jedoch kein Behandlungsmodus zur Verfügung, zumal die Veränderungen womöglich auf körperliche Schäden im Hirn zurückzuführen sind. Therapie- oder Beratungsgespräche können dem Betroffenen wie dem Betreuer Anlaß sein, Sorgen oder neue Wege zur Beherrschung der Situation zu erörtern. Davon mal abgesehen, mögen der Betreuer oder die Betreuerin darin eine willkommene Gelegenheit sehen, sich endlich auszusprechen, da sie all zu oft weitergehende Unterstützung nicht erfahren.

Andrew Miles

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